Wehrpflicht – Wofür?

„Die Wehrpflicht steht für die Bereitschaft der Bürger, persönlich Mitverantwortung für den Schutz ihres Gemeinwesens zu übernehmen“

Dieses Zitat stammt von der offiziellen Internetseite der Bundeswehr (www.bundeswehr.de). Interessant an diesem Satz finde ich die Kombination der Wörter „Wehrpflicht“  und „Bereitschaft“, da sie für mich einen Widerspruch in sich darstellen. Eine Bereitschaft in der Bevölkerung liegt nämlich definitiv nicht vor. Vielmehr ist die Wehrpflicht eine gesetzliche Pflicht, die eine Einschränkung für jeden Betroffenen darstellt, für die niemand Bereitschaft zeigt.

Mit „Schutz des Gemeinwesens“ ist, so zu lesen, unter anderem „Landesverteidigung“ gemeint. Da stellt sich mir die Frage, gegen wen das Land verteidigt werden muss. In Zeiten von EU, Globalisierung und NATO bin ich der Ansicht, dass dieser Zweck überholt und veraltet ist. Übrigens haben 20 der 26 NATO-Mitglieder keine Wehrpflicht mehr, darunter die USA, Großbritannien und Frankreich.

Laut der Internetseite der Bundeswehr ist ein weiterer Grund für die Wehrpflicht „ die Verhinderung, Abwehr und Bewältigung terroristischer Anschläge“. Unter anderem hierfür sei „ die Beibehaltung der Wehrpflicht unerlässlich“. Die Wehrpflicht ist also ein Anti-Terror-Mittel. Dass neun Monate Wehrpflicht dazu ausreichen, Terroranschläge zu verhindern und abzuwehren, finde ich äußerst interessant. Stellt sich nur die Frage, ob dies sich nur auf die neun Monate Wehrdienst bezieht oder auch auf die Zeit danach, quasi als Zweitjob. Wie auch immer, auch dieser Zweck stellt keine Daseins-Berechtigung der Wehrpflicht dar.

Übrig bleibt, wenn man sich auf die Internetseite der Bundeswehr bezieht, noch „ die Hilfeleistung bei Naturkatastrophen“. Diese Aufgabe lässt sich nur durch gerade Wehrpflichtige erfüllen, da eine Einberufung der Vorgängerjahrgänge vermutlich zu lange dauern würde. Jedoch stellt die Frage, ob solche Aufgaben nicht auch von einer Berufsarmee zu bewältigen sind, die für solche Situationen ausgebildet ist.

Weitere Daseinsberechtigungen oder Zwecke sind nicht genannt, sodass sich für mich erneut die Sinnfrage stellt.

Seltsam finde ich auch, die Kombination von G8 und Wehrpflicht. Auf der einen Seite will man erreichen die Jugend möglichst schnell ins Berufsleben zuintegrieren, andererseits hält man an der Wehrpflicht fest und verzögert den Einstieg auf diese Weise weiterhin.

Auch der Gesamtwirtschaft entsteht durch den Wegfall von Kaufkraft und Steuereinnahmen ein Schaden.

Das die Geschlechtergerechtigkeit durch die Wehrpflicht missachtet wird ist ebenso zu kritisieren, wie die Musterungsbedingungen an sich. Sehr amüsant und empfehlenswert ist es, diesbezüglich einmal entsprechende Internetforen zu besuchen. Hier wird z.B. dazu geraten zu kiffen, da dies eine sichere Methode sei ausgemustert zu werden. Geschichten von Leuten, die wegen Karies oder anderer Lappalien ausgemustert wurden finden sich hier viele. Sie alle haben eins gemeinsam, und zwar machen sie die Musterung lächerlich und somit auch ungerecht.

Die Abschaffung der Wehrpflicht ist somit längst überfällig.

3 Antworten zu „Wehrpflicht – Wofür?“


  1. 1 Nina-online 3. März 2010 um 15:48

    warum nicht:)

  2. 2 Raphael Einettner 10. Mai 2011 um 19:41

    Ich fand die Wehrpflicht cool. Wie kommt man sonst auch zu Waffen?


  1. 1 JuLis Gießen: Nein zur Wehrpflicht « Zwanglos – Weblog gegen Zwangsdienste Trackback zu 10. September 2009 um 07:51

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